Mio
Was müsste sich verändern, damit trans Menschen nicht erst Angst vor Diskriminierung haben müssen, wenn sie medizinische Hilfe brauchen?
Kleine Info vorab: Der Blogartikel enthält persönliche Erfahrungen mit Diskriminierung, Fehlbehandlung und Ausgrenzung im Gesundheitssystem. Wenn du selbst Ähnliche erfahrungen gemacht hast und weisst, dass du sensibilisiert auf die schilderungen anderer reagierst, lies diesen beitrag nicht allein.
Die gezeigten Texte und Fotografien erzählen die Geschichte von Mio, einer nicht-binären trans* maskulinen Person (Pronomen: dey/er). Sie zeigen nicht „die“ trans* Erfahrung und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Jede trans* Person erlebt ihren Körper, ihre Identität und medizinische Versorgung anders.
Einige von euch Lesenden arbeiten vielleicht selbst im Gesundheitswesen oder gestalten Strukturen mit. Dieser Blogartikel ist nach der Ausstellung beim Period of Change (ein Kongress vom IZG zum Thema Zyklusgesundheit) entstanden und lädt dazu ein, die Perspektive zu wechseln – weg vom medizinischen Blick auf trans* Menschen und hin zu ihrem Erleben innerhalb medizinischer Strukturen.
Für die Ausstellung habe ich Mio Mitte 2026 fotografiert und interviewt. Damit deren Geschichte nicht nur einmalig in der Ausstellung erfahrbar wird, sondern zeitlich unabhängig Raum und Sichtbarkeit bekommt, habe ich mich nach Absprache mit Mio entschlossen, dass seine Geschichte einen Platz in meinen Blog erhält. Anders als sonst findest du also diesmal Mios Bilder zusammen mit deren Antworten aus dem Interview. Ganz am Ende des Blogbeitrages findest du auch nochmal eine Zusammenfassung aller Begrifflichkeiten mit einer Erklärung, für den Fall, dass du in dem Thema noch nicht so belesen bist.
Jetzt aber erstmal: Danke dir fürs Lesen – denn sich vorurteilsfrei zu informieren ist schon ein kleiner Teil dessen, was cis Menschen für die trans Community tun können. Und falls du selbst trans und/oder queer bist – this is a safer space. Du bist hier herzlich willkommen und mehr als erwünscht.
Trans rights are human rights AND None of us are Entirely free until all of us are free.
Die Periode / der Zyklus wird ja gesellschaftlich oft als „Frauensache“ abgestempelt.
Was verbindest du mit deiner Periode / dem Zyklus? Hat sie dich in irgendeiner Form in deiner Geschlechtsidentität beeinflusst?
„Als Jugendlicher hat mich der Struggle rund um die Periode mit meinen cis weiblichen Freundinnen verbunden. Gemeinsam haben wir uns Wissen rund um die Periode angeeignet, was uns niemand beigebracht hat, haben uns mit Tampons und Binden ausgeholfen und gemeinsam unter PMS und Schmerzen gelitten. Lange hatte ich meiner Periode gegenüber keine dysphorischen Gefühle. Trotzdem habe ich mich jahrelang nicht getraut in eine gynäkologische Praxis zu gehen, aus Angst als nicht-binäre trans* Person nicht ernst genommen zu werden.
Nach einigen Monaten auf Testo ist meine Periode ausgeblieben – für mich eine riesige Erleichterung. Wie mit so vielen Veränderungen, die ich seit meiner medizinischen Transition erlebt habe, habe ich erst nach der Veränderung gespürt, wie sehr mich die vorherige Situation belastet hat. Mit Sicherheit liegt das auch daran, dass ich mich vor meiner Transition unfassbar distanziert von meinem Körper gefühlt habe und auf viele Emotionen und körperliche Empfindungen kaum Zugriff hatte. Erst nachdem meine Stimme deutlich tiefer geworden ist und ich selbst überrascht darüber war, wie sehr mich das freut, konnte ich spüren, wie belastend ich meine hohe Stimme empfunden habe. Mit meiner Periode war es ähnlich: Als sie ausgeblieben ist, habe ich eine unfassbare Erleichterung und Leichtigkeit verspürt. Als meine Periode zwischendurch zwei Monate lang zurückgekommen ist, ging es mir sowohl körperlich als auch psychisch sehr schlecht. Es war eine riesige Belastung und ein emotionaler Schmerz, den ich früher kaum spüren konnte.“
„Wie mit so vielen Veränderungen, die ich seit meiner medizinischen Transition erlebt habe, habe ich erst nach der Veränderung gespürt, wie sehr mich die vorherige Situation belastet hat.„
– Mio
Gibt es oder gab es Situationen, in denen du das Gefühl hast, deine Periode verstecken zu müssen?
„Dadurch, dass meine Periode mittlerweile ausgeblieben ist, habe ich wenige Situationen, in denen ich das Gefühl habe, meine Periode verstecken zu müssen. Oft werde ich von fremden Menschen oder neuen Personen in meinem Leben als cis männlich wahrgenommen. Kommt das Gesprächsthema Periode in Kontexten auf, in denen auch Menschen dabei sind, die nicht unbedingt wissen, dass ich trans* bin, halte ich mich meistens zurück und sage nur selten, dass auch ich weiß, wie es ist zu menstruieren. In solchen Momenten fühle ich dann schon, dass ich meine Erfahrungen verstecken oder unausgesprochen lassen muss, wenn ich nicht meine gesamte Identität und meinen Körper erklären möchte.
Als meine Periode vor einer Weile zurückgekommen ist, hatte ich zum ersten Mal komplizierte Situationen auf dem Männerklo, weil ich mich mehrfach auf öffentlichen Toiletten, auf der Arbeit oder an der Uni in Klokabinen wiedergefunden habe, die keinen Mülleimer hatten. Auch mit einem Tampon in der Hand ins Männerklo zu laufen oder den Tampon zu wechseln, war unfassbar stressig und belastend. Einerseits, musste ich also meine Periode (und damit auch mich selbst und meinen Körper verstecken), andererseits habe ich mich auch durch die Strukturen und die Gestaltung der Toiletten selbst unsichtbar gemacht gefühlt.“
Über welche Dinge müssen sich cis Menschen vermutlich keine Gedanken machen, die für dich aber regelmäßig präsent sind?
„Ich glaube, die Liste an Fragen, die ich mir ständig stelle und stellen muss, die cis Menschen sich nicht unbedingt stellen müssen, ist lang. Hier ein paar Gedanken, die ich fast täglich habe:
Wie nehmen mich andere Menschen wahr? Werde ich als Mann oder als Frau gelesen? Was ziehe ich an, damit ich sicher(er) bin? Auf welche Toilette soll ich gehen? Was denken andere über mich in der Männerumkleide oder im Männerklo? Wo kann ich nach dem Sport sicher duschen, wenn ich nicht direkt nach Hause gehen kann? An welchem Tag rasiere ich am besten meinen Bart nach, weil ich mit kürzerem Bart immer viel öfter misgendert werde? Wann bestehe ich auf eine korrekte Ansprache, wann korrigiere ich andere Menschen lieber nicht?“
Was würdest du dir wünschen, das Menschen über deinen Körper und dein Empfinden verstehen?
„Es gibt nicht nur eine Art trans* maskulin zu sein. Die Tatsache, dass ich mich heute wohl fühle crop top, Make-up oder andere vermeintlich feminine Dinge oder Farben zu tragen, bedeutet nicht, dass ich weniger maskulin bin oder meine Transition bereue. Es ist genau anders herum:
Erst durch meine Transition habe ich die Freiheit bekommen, so viel auszuprobieren, wie ich möchte und richtig ich selbst zu sein.“
– Mio
Ganz allgemein – wie ist dein Verhältnis / dein Gefühl zum Gesundheitssystem?
„Ich hasse es, zu Ärzt*innen zu gehen. Ich muss bis heute regelmäßig Arztpraxen wechseln, weil ich Trans*feindlichkeit erlebe und mich dann nicht mehr wohl fühle. Richtig oft fragen mich Ärzt*innen aus Neugierde über meine Transidentität und medizinische Transition aus, obwohl es meistens für den eigentlichen Arztbesuch keine Relevanz hat. Ich habe auch immer wieder erlebt, dass meine Symptome nur auf meine Hormonersatztherapie geschoben wurden.
Queer- und trans*feindliche Stereotype begegnen mir an vielen Stellen im Alltag, häufig auch in Arztpraxen. Für mich führt das dazu, dass ich oft gar nicht oder er nach langem Ringen mit mir selbst, mich um einen Termin kümmere. Vor jedem Termin bin ich nervös, habe Angst mit falscher Anrede oder falschem Namen aufgerufen zu werden oder im Behandlungszimmer negative Erfahrungen mache. Meistens traue ich mich auch nicht alleine zum*zur Ärzt*in zu gehen und nehme mir eine Begleitperson mit, um mit schwierigen Situationen nicht alleine zu sein.“
trans* feindliche Stereotype begegnen mir an vielen Stellen, häufig auch in Arztpraxen.
Wenn du an deine gesundheitlichen Termine rund um Gynäkologie, Periode, Zyklus, etc. denkst – wie hast du dich gefühlt, bevor du überhaupt das Behandlungszimmer betreten hast?
„Jahrelang habe ich mich gar nicht in eine gynäkologische Praxis getraut und damit auch überhaupt keine Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen. Bevor ich einen Termin vereinbare, bin ich immer schon richtig nervös, habe große Angst vor dem Telefonat mit der Praxis – vor allem davor mich und meine Trans*identität erklären zu müssen. Am Empfang und im Wartezimmer fühle ich mich immer seltsam angeschaut, weil ich als maskuline Person dort vermeintlich nichts zu suchen habe. Ich bin immer angespannt und kann erst wieder so richtig durchatmen, wenn ich den Termin hinter mich gebracht habe.“
Gab es Momente, in denen nicht die Behandlung selbst, sondern schon das drumherum Einfluss auf dein Wohlempfinden genommen haben?
„Für mich ist besonders anstrengend und belastend, am Telefon, am Empfang und beim ersten Treffen auf den*die Ärzt*in erklären zu müssen, dass ich trans* bin und mit geschlechtsneutraler Anrede oder “Herr” angesprochen werden möchte und dass ich natürlich trotzdem einen Termin in der gynäkologischen Praxis brauche, auch wenn ich ein maskulines Aussehen habe.
Mittlerweile sage ich fast immer, dass es okay ist, mich einfach nur mit er Pronomen und “Herr” anzusprechen, weil das einfacher ist, als Nicht-Binarität zu erklären. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mehr ernst genommen werde und mir weniger unangenehme oder diskriminierende Fragen gestellt werden, wenn ich als trans* Mann auftrete, als wenn ich sage, dass ich nicht-binär bin.
Ich habe es erst ein Mal erlebt, dass es in einem Formular in einer Praxis möglich war, mehr als eins der beiden binären Geschlechter “Mann” und “Frau” anzukreuzen. Ein Feld für präferierte Anrede oder präferierter Namen neben dem gesetzlichen Namen fehlt auch immer. Vor meiner offiziellen Namensänderung habe ich immer einen Zettel dazu gelegt und um geschlechtsneutrale Anrede sowie Anrede mit richtigem Vornamen gebeten. Das hat fast nie geklappt – und wenn doch, wurde es beim nächsten Besuch in der Praxis wieder vergessen.“
Es ist mir auch schon passiert, dass mir nicht geglaubt wurde, dass ich nicht-binär bin.
Kannst du dich an eine Situation erinnern, in der du dich im medizinischen Kontext sehr gesehen gefühlt hast? Und anders herum – in der du dich gar nicht verstanden gefühlt hast?
„Einmal wurde ich in einer gynäkologischen Praxis zum wiederholten Mal mit “Frau” aufgerufen, obwohl ich das in der Vergangenheit mehrfach korrigiert und immer wieder um eine geschlechtsneutrale Anrede gebeten hatte. Nachdem die Ärztin mich also mit “Frau” aufgerufen hatte, war ihre erste Frage im Behandlungszimmer: “Machen Sie das immer noch mit dem Testosteron?”. Für die falsche Anrede hat sie sich nicht entschuldigt. Es war so absurd und verletzend für mich, zuerst falsch angesprochen und dann aber direkt nach einer geschlechtsangleichenden Maßnahme gefragt zu werden.
Es ist mir auch schon passiert, dass mir nicht geglaubt wurde, dass ich tatsächlich nicht-binär bin. Die Folge davon war, dass ich keine weitere Behandlung in Anspruch genommen habe und erst Monate später wieder genug Kraft hatte, mich um einen neuen Termin in einer anderen Praxis zu kümmern.
Im Gegensatz dazu habe ich mich bei allen Terminen vor, während und nach meiner Mastektomie sehr wohl und ernst genommen gefühlt. Ich wurde respektvoll nach meiner präferierten Ansprache und nach weiteren Bedürfnissen bezüglich Umgang mit meiner Geschlechtsidentität gefragt. Im gesamten Prozess wurde ich von der Klinik als Experte für mich und meinen Körper wahrgenommen.“
Hast du das Gefühl, dass du oft erst über dein trans sein sprechen musst, bevor über deine gesundheitlichen Themen gesprochen werden kann?
„So, so oft habe ich das Gefühl, ich muss erst meine Transidentität erklären, bevor ich überhaupt zum eigentlichen Anlass meines Arztbesuchs sprechen kann. Meistens muss ich selbst Experte für alle medizinischen Themen, die mit meiner Transition in Zusammenhang stehen, sein, weil Ärzt*innen selbst viel zu wenig Wissen haben und mich entsprechend gar nicht gut beraten oder unterstützen können.
Es passiert auch immer wieder, dass mir Ärzt*innen aus Neugierde heraus übergriffige Fragen stellen oder diskriminierende Aussagen treffen. Bei meiner letzten gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung hat mich die Ärztin zum Beispiel während sie meine Brust abgetastet hat gefragt, wie groß meine Brüste vor der Mastektomie waren. Eine andere Ärztin hat mir beim Fädenziehen nach meiner Mastektomie (außerhalb der Klinik) gesagt, wie schlimm und hässlich sie es findet, wenn Menschen sich gegen eine Brustwarzentransplantation bei einer Mastektomie entscheiden.“
„Wenn Praxen Informationen zur Behandlung von queeren und trans* Menschen auf ihrer Webseite haben oder auf Queermed.de gelistet sind, hilft mir das auch immer Vertrauen zu fassen.„
– Mio
Gibt es Situationen, in denen du aus Angst vor unangenehmen und diskriminierenden Erfahrungen einen Termin hinausgezögert hast? Falls ja – Was hätte dir in dem Moment geholfen?
„Das passiert mir bis heute noch so oft. Mir hilft es immer zu wissen, ob bereits andere trans* Personen gute Erfahrungen in einer Praxis oder mit einem*einer Ärzt*in hatten. Wenn Praxen Informationen zur Behandlung von queeren und trans* Menschen auf ihrer Webseite haben oder auf Queermed.de gelistet sind, hilft mir das auch immer Vertrauen zu fassen.
Ich würde mir auch Wünschen, dass medizinisches Personal mehr Verständnis dafür aufbringt, dass es trans* Menschen regelmäßig Arzttermine aus Angst aufschieben.“
Hast du schon einmal erlebt, dass medizinisches Personal ehrlich zugegeben hat, etwas nicht zu wissen? Wie hat sich das für dich angefühlt?
„Mir ist es lieber Ärzt*innen sagen ehrlich, wenn sie wenig Wissen haben – zum Beispiel zu Komplikationen nach einer geschlechtsangleichenden Operation oder zu Hormontherapien. Dann ist es einfacher, nach einer besseren Lösung oder einer anderen Praxis zu suchen.
Mir hilft es auch immer zu wissen, ob der*die Ärzt*in bereits andere trans* Personen behandelt hat oder nicht und wie erfahren, der*die Ärzt*in sich in dem Bereich selbst einschätzen würde.“
Was sorgt dafür, dass du im medizinischen Kontext Vertrauen fasst?
„Um Vertrauen zu fassen, hilft es mir, wenn sich Ärzt*innen Zeit nehmen, mich zu verstehen. Ich bin froh, wenn es Raum gibt, meine Transidentität zu thematisieren, gleichzeitig möchte ich auch nicht, dass das beherrschende Thema ist, wenn es eigentlich andere Anliegen gibt.
Es gibt viele kleine Sachen, die Ärzt*innen machen können, um ihren trans* Patient*innen zu zeigen, dass sie bei ihnen sicher sind, zum Beispiel: Informationen zur Behandlung von queeren und trans* Personen auf der Webseite; eine Pride Flagge im Behandlungszimmer; Formulare, in denen Informationen zu Pronomen, Anrede und präferierten Namen abgefragt werden, Ärzt*innen, die sich selbst auch mit Pronomen vorstellen; genug Fachwissen zu trans* Themen; Informationsflyer im Wartezimmer und noch vieles mehr.
Ärzt*innen müssen verstehen, wie viele negative Erfahrungen trans* Menschen im medizinischen Kontext machen und wie viel Schmerz damit verbunden ist. Es braucht Zeit, Geduld und viele positive, korrigierende Erfahrungen, damit trans* Menschen sich sicher fühlen und Vertrauen fassen können.“
„Es ist okay, Fehler zu machen, aber es ist auch wichtig daraus zu lernen.“
Stell dir vor, eine Gynäkologin / ein Gynäkologe, eine Ärztin / ein Arzt, ein Experte / eine Expertin verlässt diese Ausstellung – was würdest du dir wünschen, dass diese Person ab morgen anders sieht oder anders macht?
„Es ist okay, Fehler zu machen, aber es ist auch wichtig daraus zu lernen. Die Pathologisierung, die trans* Personen in der Vergangenheit im Gesundheitswesen erlebt haben, hält bis heute an. Es ist die Aufgabe von Ärzt*innen und medizinischem Personal trans* Personen eine sichere, diskriminierungsfreie und gute Behandlung zu ermöglichen. Dafür braucht es ausreichend Wissen, Einfühlungsvermögen und den Willen, die eigene Praxis und Behandlungsart immer wieder zu verbessern.“
BEGRIFFLICHKEITEN KURZ ERKLÄRT
Du musst nicht alles wissen – wichtig ist, dass du dich informierst.
Die hier aufgeführte Liste beschäftigt sich in erster Linie mit den Begriffen aus dem Interview mit Mio. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Trans / trans*
Trans beschreibt Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht mit dem Geschlecht übereinstimmt, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Das Sternchen bei trans* wird manchmal verwendet, um die Vielfalt transgeschlechtlicher Erfahrungen sichtbar zu machen.
Cis
Cis beschreibt Menschen, deren Geschlechtsidentität mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt.
Queer
Queer ist ein Sammelbegriff für Menschen, deren sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität nicht den gesellschaftlichen Normvorstellungen entspricht. Viele Menschen verwenden den Begriff selbstbestimmt und positiv.
Transition
Die Transition bezeichnet den persönlichen Prozess, in dem eine trans* oder nicht-binäre Person ihr Leben stärker an ihre Geschlechtsidentität anpasst. Dazu können soziale, rechtliche und medizinische Schritte gehören.
Geschlechtsangleichende Maßnahmen
Darunter fallen medizinische Maßnahmen, die dazu beitragen können, dass Körper und Geschlechtsidentität besser zusammenpassen, zum Beispiel Hormontherapien oder Operationen.
Mastektomie
Eine Mastektomie ist die operative Entfernung von Brustgewebe. Trans* maskuline oder nicht-binäre Menschen sprechen häufig auch von einer „Top Surgery“.
Hormonersatztherapie
Eine Hormonersatztherapie verändert den Hormonhaushalt des Körpers und kann körperliche Veränderungen bewirken, die als stimmiger erlebt werden.
Testosteron
Testosteron ist ein Hormon, das bei einer medizinischen Transition eingesetzt werden kann, um bestimmte körperliche Veränderungen zu unterstützen, zum Beispiel eine tiefere Stimme oder stärkeren Bartwuchs.
Nicht-binär / Nicht-Binarität
Nicht-binär beschreibt Menschen, die sich nicht ausschließlich als Mann oder Frau verstehen. Nicht-Binarität ist eine Geschlechtsidentität.
Trans maskulin / trans feminin
Trans maskulin beschreibt Menschen, die sich eher mit Männlichkeit identifizieren oder in diese Richtung transitionieren. Trans feminin beschreibt Menschen, die sich eher mit Weiblichkeit identifizieren oder in diese Richtung transitionieren.
Transidentität
Der Begriff beschreibt, dass die eigene Geschlechtsidentität nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt. Viele Menschen verwenden heute auch einfach „trans sein“.
Geschlechtsidentität
Die Geschlechtsidentität ist das innere Wissen oder Empfinden darüber, welchem Geschlecht man sich zugehörig fühlt – oder auch keinem.
Dysphorie / dysphorisch
Dysphorie bezeichnet Belastung oder Unwohlsein, das entstehen kann, wenn Körper, Geschlechtsrolle oder gesellschaftliche Wahrnehmung nicht zur eigenen Geschlechtsidentität passen.
Gender
Gender bezeichnet die gesellschaftlichen und kulturellen Vorstellungen von Geschlecht, also welche Eigenschaften, Rollen oder Verhaltensweisen als „männlich“, „weiblich“ oder unabhängig davon wahrgenommen werden.
Misgendert werden
Von Misgendern spricht man, wenn eine Person mit dem falschen Geschlecht angesprochen oder wahrgenommen wird, zum Beispiel durch falsche Pronomen oder Anreden. Das kann verletzend sein und Stress auslösen.















